Auf Bundesebene zeichnet sich derzeit eine neue Förderung für Elektromobilität ab. Der Bund will den Umstieg auf E-Fahrzeuge gezielt unterstützen – sozial gestaffelt und zeitlich begrenzt. Damit solche Programme ihre Wirkung entfalten können, müssen jedoch die kommunalen Grundlagen stimmen.
Vor diesem Hintergrund ist auch der neue Schnellladepark am Anspann in Hof ein sinnvoller Baustein. Er stärkt Hof als Standort an einer Durchgangsachse und richtet sich vor allem an Durchreisende, etwa Außendienstmitarbeiter oder Touristen, die ihr Fahrzeug zügig nachladen und weiterfahren wollen.
Schnellladesäulen sind genau für diese Nutzung ausgelegt: kurze Standzeiten, hohe Ladeleistung, schneller Weiterweg. Für den alltäglichen Ladebedarf im Wohnumfeld sind sie dagegen nur eingeschränkt geeignet.
Entscheidend ist deshalb das Gesamtbild. Hof liegt bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur insgesamt weiterhin unter dem Niveau vergleichbarer Städte. Das zeigt nicht nur der Blick auf einzelne Projekte, sondern auch das Ladenetz-Ranking des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Danach ist unsere Stadt derzeit nicht attraktiv genug für den Umstieg auf einen E-Pkw – insbesondere im Vergleich zu Nachbarstädten wie Bayreuth, Coburg oder Bamberg.
Das zentrale Defizit liegt beim Laden im Alltag. Viele Hoferinnen und Hofer haben keine eigene Garage oder Wallbox. In dicht bebauten Quartieren und Innenstadtlagen fehlen weiterhin
wohnortnahe, verlässliche Lademöglichkeiten. Gerade mit Blick auf die anstehende Bundesförderung könnte der Druck hier weiter steigen – etwa durch zusätzliche Nutzung des öffentlichen Raums in ohnehin parkbelasteten Bereichen.
Genau hier ist die Stadt in der Verantwortung. Elektromobilität entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen oder punktuelle Eröffnungen, sondern durch eine gesamtstädtische, innovative Strategie. Schnellladen für den Durchgangsverkehr und alltagstaugliches Laden in den Wohngebieten müssen zusammen gedacht werden. Die CSU-Fraktion im Hofer Stadtrat hat deshalb frühzeitig auf praxisnahe Lösungen wie das Laternenladen hingewiesen, das sie beantragt hat und das sogar im Klimaschutzkonzept der Stadt vorgesehen ist.
Ein solches Gesamtkonzept muss auch den Mobilitätsanschluss insgesamt mitdenken – vom Pendler über den ÖPNV bis hin zu einer möglichen künftigen E-Busflotte. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, heute Geld zu versprechen, das die Stadt aktuell nicht hat, sondern darum, vorbereitet zu sein, wenn sich Förderfenster öffnen, und frühzeitig Partner zu gewinnen, die Innovation und wirtschaftlich tragfähige Lösungen ermöglichen.
Jochen Pfaff, CSU-Kreisvorsitzender Hof: „Der Bund bereitet derzeit neue Förderprogramme für Elektromobilität vor. Das ist ein wichtiges Signal. Entscheidend ist aber, dass wir vor Ort vorbereitet sind. Es geht nicht darum, heute Geld zu versprechen, das die Stadt aktuell nicht hat. Es geht darum, ein innovatives Gesamtkonzept zu entwickeln, damit wir handlungsfähig sind, wenn sich Förderfenster öffnen und wir gemeinsam mit Partnern Lösungen umsetzen können.“
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wo ist das Gesamtkonzept für die Ladeinfrastruktur in Hof? Elektromobilität ist längst nicht mehr nur eine Umweltfrage, sondern ein Standortfaktor – für Beschäftigte, für Pendler und für Unternehmen, die ihre Zukunftsentscheidungen treffen.
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