Lieber Jan Friedrich,
liebe Wählerinnen und Wähler von FAB und FDP,
liebe Verantwortliche in den Fraktionen,
ich habe mir Ihre Reformvorschläge für die Arbeit von Stadtrat und Verwaltung sehr genau
angesehen. In vielen Punkten erkenne ich genau den Kurs wieder, den wir für Hof bereits formuliert haben.
Eine moderne Verwaltung, klare Verantwortlichkeiten und ein selbstbewusster Stadtrat sind entscheidend, damit unsere Stadt handlungsfähig bleibt.
Hof braucht eine Verwaltung, die klar gesteuert wird und transparent arbeitet. Dazu gehören verbindliche Ziele für Ämter, ein funktionierendes Controlling und eine konsequente Digitalisierung der Abläufe. Entscheidungen müssen auf aktuellen Zahlen beruhen und für den Stadtrat
nachvollziehbar vorbereitet werden.
Gerade daran hat es in den vergangenen Jahren zu oft gefehlt.
Der Stadtrat ist das demokratisch gewählte Hauptorgan unserer Stadt. Damit er seine Aufgaben erfüllen kann, braucht er rechtzeitig Informationen und eine echte Einbindung in wichtige Entscheidungen.
Die Diskussion über diese Punkte zeigt aus meiner Sicht auch die Schwächen der vergangenen Jahre. Eva Döhla hatte sechs Jahre Zeit, klare Strukturen und mehr Transparenz im Rathaus zu schaffen. Dass diese Themen heute erneut so deutlich diskutiert werden, zeigt, dass hier vieles nicht funktioniert hat.
Neben organisatorischen Fragen geht es aber auch um die Zukunft unserer Stadt. Hof muss wirtschaftlich stark bleiben, Bildung weiterentwickeln, Infrastruktur sichern und den Bürgerservice verbessern. Dafür brauchen wir eine Verwaltung, die effizient arbeitet und Entscheidungen vorbereitet.
Auch beim Thema Integration setze ich auf einen pragmatischen Ansatz. Integration gelingt am besten über Sprache, Bildung und Arbeit. Menschen, die hier leben, sollten auch die Möglichkeit haben, sich einzubringen.
Deshalb bringen wir als CSU-Fraktion parallel einen Antrag ein, mit dem geprüft werden soll, ob das sogenannte Greizer Modell auch in Hof umgesetzt werden kann. Ich habe mir vor wenigen Tagen vor Ort erklären lassen, wie dieses Modell funktioniert.
Es zeigt, dass Integration durch praktische Mitarbeit gelingen kann.
Viele der von Ihnen angesprochenen Punkte liegen bereits auf unserer Linie. Entscheidend ist jetzt, dass wir sie im zukünftigen Stadtrat gemeinsam umsetzen und unsere Verwaltung wieder stärker auf Transparenz, Effizienz und Bürgernähe ausrichten.
Dazu gehört für mich auch, die Arbeit des Stadtrates für die Bürgerinnen und Bürger noch transparenter zu machen. Wenn eine Liveübertragung von Stadtratssitzungen technisch und rechtlich möglich ist, müssen wir diesen Schritt ernsthaft prüfen. Mehr Öffentlichkeit kann dazu
beitragen, Vertrauen zu stärken und kommunale Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen.
Ich bin überzeugt: Wenn wir die Kräfte der liberalen, freien, bürgerlichen und wirtschaftlich denkenden Mitte zusammenführen, kann ich als Oberbürgermeister gemeinsam mit dem zukünftigen Stadtrat viele dieser Reformen umsetzen und für Hof in den kommenden Jahren wirklich etwas bewegen.
Herzliche Grüße
Stefan Schmalfuß
Offener Brief zur Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Hof
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Eva,
lieber Stefan,
zunächst gratulieren wir euch beiden herzlich zu euren Ergebnissen in der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl. Über 70 Prozent der Hofer Wählerinnen und Wähler haben sich für euch entschieden. Damit liegt die Verantwortung für die nächste Phase des Wahlkampfs nun bei euch
beiden.
Unsere eigenen Ergebnisse – rund 12 Prozent bei der OB-Wahl sowie etwa 14 Prozent für die Listen von FW/FAB und FDP – fallen im Vergleich dazu geringer aus. Dennoch haben uns sowohl ihr als auch eure Parteien in den vergangenen Tagen um Unterstützung für die Stichwahl gebeten. Gleichzeitig werden auch wir von vielen Mitgliedern und Unterstützern gefragt, ob wir eine Wahlempfehlung aussprechen werden.
Nach sorgfältiger Beratung haben wir uns entschieden, keine Wahlempfehlung für die Stichwahl zu geben.
Diese Entscheidung ist bewusst getroffen. Wir sind überzeugt, dass die Wählerinnen und Wähler selbst entscheiden sollen, welchem Kandidaten sie in der kommenden Amtszeit die Führung unserer Stadt anvertrauen möchten.
In den vergangenen Jahren haben wir im Stadtrat viele Themen engagiert eingebracht und dabei auch unterschiedliche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Verwaltung und Fraktionen gemacht. Daraus ergibt sich für uns heute keine eindeutige Präferenz für eine der beiden Seiten.
Gleichzeitig möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern, die uns gewählt haben, eine Orientierung geben. Viele von ihnen unterstützen unseren politischen Kurs der vergangenen Jahre – und genau diesen Kurs werden wir auch in Zukunft konsequent fortsetzen.
Dazu haben wir 15 zentrale Punkte aus den Bereichen
- Stadtrat stärken
- Verwaltung modernisieren
- Hofs Zukunft gestalten
zusammengestellt und euch beiden übermittelt.
Wir laden euch ein, euch in eurem weiteren Wahlkampf zu diesen Punkten zu positionieren und damit auch gezielt um die Stimmen jener Menschen zu werben, die unseren politischen Kurs unterstützen.
Wir hoffen zugleich, dass auch die lokale Presse euch die Gelegenheit gibt, sich dazu ausgewogen und fair zu äußern.
Für den Endspurt der Stichwahl wünschen wir euch beiden viel Kraft und einen fairen Wettbewerb. Unabhängig vom Ausgang der Wahl setzen wir auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Interesse unserer Stadt.
Mit freundlichen Grüßen
Jan Friedrich, 1. Vorsitzender Freie Aktive Bürger e.V.
Peter Senf, 1. Vorsitzender FDP Hof Stadt
15 Punkte für ein starkes Hof- Kurzversion
Erwartungen von FW/FAB und FDP an die kommende Amtszeit des Oberbürgermeisters
Stadtrat stärken
- Ressort-Beauftragte des Stadtrats mit Akteneinsichtsrecht zur Stärkung der politischen
Kontrolle. - Neue Sitzordnung im Rathaussaal, die Dialog und konstruktive Diskussion zwischen Stadtrat
und Verwaltung fördert. - Verständliche Vorlagen, klare Präsentationen und Livestream der Sitzungen – für
nachvollziehbare Entscheidungen und mehr Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und
Bürgern. - Frühzeitige Einbindung des Stadtrats bei wichtigen Vergaben, insbesondere bei der
Festlegung der Bewertungskriterien. - Aktive Politik für Personal- und Verwaltungsmodernisierung durch einen erweiterten
Ausschuss für Organisation, Digitalisierung und Effizienz.
Verwaltung modernisieren
- Zielvereinbarungen und Budgetverantwortung für Unternehmensbereiche und
Führungskräfte. - Weiterentwicklung des Rechnungsprüfungsamtes zu einer modernen Controlling-Einheit.
- Konsequente Digitalisierung der Verwaltung mit transparenten Systemen und regelmäßigen
Fortschrittsberichten. - Klare und faire Leistungsbeurteilungen für Tarifbeschäftigte und Beamte nach
nachvollziehbaren Kriterien. - Serviceorientierte Personalentwicklung durch gezielte Fortbildungen und Stärkung der
Entscheidungskompetenz der Mitarbeitenden.
Hofs Zukunft gestalten
- Hof als Unternehmerstadt stärken – mit wirtschaftsfreundlicher Verwaltung und aktiver
Wirtschaftsförderung. - Bildung modernisieren – bessere Ausstattung der Schulen, Digitalkompetenz und stärkere
Schulsozialarbeit. - Integration durch Sprache, Bildung und Arbeit – mit klaren Regeln und verlässlichen
Erwartungen. - Infrastruktur sichern und Mobilität verbessern – Straßen, Brücken und Schulen erhalten und
modernisieren. - Solide Finanzen und besserer Bürgerservice – eine Stadt, die man sich leisten kann und die im
Hofer Land funktioniert.
15 Punkte für ein starkes Hof- Langversion
Erwartungen von FW/FAB und FDP an die kommende Amtszeit des Oberbürgermeisters
Stadtrat stärken
Ressort-Beauftragte des Stadtrats mit Akteneinsichtsrecht
Zur Stärkung der politischen Kontrolle werden fachlich zugeordnete Referentinnen und Referenten aus der Mitte des Stadtrats benannt. Sie sind fraktionsübergreifend tätig und erhalten ein klar geregeltes Recht auf Akteneinsicht in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Dadurch wird Verwaltungshandeln transparenter und die Kontrollfunktion des Stadtrats wirksam gestärkt.
Von Frontalvortrag zu konstruktiver Kommunikation
Die Sitzordnung im Rathaussaal wird so angepasst, dass sie den direkten Austausch zwischen Verwaltung und Stadtrat erleichtert. Ziel ist eine Arbeitsatmosphäre, die den Dialog fördert, Blickkontakt ermöglicht und eine sachliche, konstruktive Diskussion unterstützt. Damit wird der
Stadtrat in seiner Rolle als eigenständiges Kontroll- und Gestaltungsorgan gestärkt.
Verständliche Vorlagen, klare Präsentationen und öffentliche Sitzungen
Verwaltungsvorlagen werden künftig systematisch auf Verständlichkeit geprüft, unter anderem mithilfe KI-gestützter Werkzeuge. Das Prüfergebnis wird transparent ausgewiesen. Zusätzlich erhält jeder Tagesordnungspunkt eine kompakte Präsentationsfolie, die die wesentlichen Inhalte übersichtlich darstellt. Die öffentlichen Sitzungen des Stadtrats werden zudem künftig für die Bürgerinnen und
Bürger online übertragen und archiviert, sodass politische Entscheidungen transparent und nachvollziehbar werden.
Frühzeitige Einbindung des Stadtrats bei bedeutenden Vergaben
Der Stadtrat wird künftig bereits bei der Festlegung der Bewertungskriterien für bedeutende Vergaben einbezogen. Politische Steuerung beginnt nicht erst mit der abschließenden Zustimmung zur Vergabeentscheidung, sondern bereits bei der Definition der Kriterien. Dieses Vorgehen stärkt
Transparenz, demokratische Kontrolle und die strategische Ausrichtung öffentlicher Aufträge.
Aktive Politik für Personal und Verwaltungsmodernisierung in der Stadt Hof
Der bisherige Personalausschuss wird zu einem Ausschuss für Personal und Verwaltungsmodernisierung weiterentwickelt. Neben klassischen Personalfragen stehen Organisationsentwicklung, Prozessoptimierung, Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Mittelpunkt. Ziel ist eine Verwaltung, die Reformen aktiv gestaltet und sich kontinuierlich weiterentwickelt.
Verwaltung modernisieren
Unternehmensbereiche mit Zielvereinbarung und Budgetverantwortung
Für Ämter und Führungskräfte werden verbindliche und messbare Ziele definiert, wie es bereits im Haushaltskonsolidierungskonzept 2024 vorgesehen ist. Diese Ziele werden mit klar zugeordneten Budgets verknüpft. Verantwortung für Ergebnisse und Verantwortung für Mittel gehören zusammen. Fortschritte werden regelmäßig überprüft.
Vom Rechnungsprüfungsamt zum modernen Controlling
Das Rechnungsprüfungsamt wird organisatorisch und technisch gestärkt. Prüferinnen und Prüfer erhalten direkten Zugang zu allen erforderlichen Unterlagen, unter anderem durch eine verbindliche EAkte in allen Bereichen der Stadtverwaltung. Zusätzlich wird der Prüfauftrag um die systematische Analyse der Effektivität von Verwaltungsprozessen erweitert.
Digitalisierung konsequent vorantreiben
Moderne digitale Systeme mit Protokollierung und Versionierung sorgen für Transparenz, Verlässlichkeit und Revisionssicherheit. Fehlende aktuelle Zahlen oder nicht nachvollziehbare Änderungen werden dadurch vermieden. Ergänzend werden regelmäßige Berichte der einzelnen
Unternehmensbereiche eingeführt, die den Umsetzungsstand und die nächsten Schritte der Digitalisierung im jeweiligen Bereich dokumentieren.
Klare und faire Leistungsbeurteilung für alle Mitarbeitenden
Die regelmäßige Beurteilung der Tarifbeschäftigten wird weiterentwickelt und die gesetzlich vorgeschriebenen periodischen Beurteilungen der Beamten konsequent umgesetzt. Beförderungen erfolgen nachvollziehbar nach Eignung, Leistung und Befähigung. Einheitliche Kriterien schaffen
Transparenz und stärken Motivation sowie Qualität im Verwaltungshandeln.
Service-orientierte Personalentwicklung
Eine serviceorientierte und bürgerfreundliche Verwaltung braucht gut ausgebildete und entscheidungssichere Mitarbeitende. Die vorhandenen Potenziale der Beschäftigten in der Stadtverwaltung werden gezielt gefördert. Regelmäßige Fortbildungen in Fachrecht, Digitalisierung und
Kommunikation stärken Kompetenz und fördern sachgerechte sowie lösungsorientierte Entscheidungen.
Hofs Zukunft gestalten
Hof wird Unternehmerstadt
Eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung mit schnellen Entscheidungen und aktiver Wirtschaftsförderung wird konsequent ausgebaut. Hof soll sich zu einer Unternehmerstadt entwickeln – einer Stadt, in der unternehmerische Initiative unterstützt und ermöglicht wird. Bestehende
Unternehmen sollen wachsen können, neue Betriebe sollen sich ansiedeln und zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Bildung modernisieren – von der Kita bis zum Beruf
Die Ausstattung der Schulen wird weiter verbessert, insbesondere zur Förderung der Digitalkompetenz. Gleichzeitig wird die Schulsozialarbeit gestärkt. Durch engere Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben werden bessere Übergänge in Ausbildung und Beruf geschaffen und jungen Menschen in Hof konkrete Perspektiven eröffnet.
Integration durch Sprache, Bildung und Arbeit – mit klaren Regeln
Integration wird durch Sprache, Bildung und Arbeit gefördert. Wer sich aktiv einbringt und die Regeln des Zusammenlebens respektiert, erhält Unterstützung. Gleichzeitig wird auf die konsequente Durchsetzung bestehender Regeln geachtet. Ziel ist ein verlässliches und faires Zusammenleben in der Stadtgesellschaft.
Mobilität und Infrastruktur effektiv und nutzbar machen
Straßen, Brücken und Schulen werden in einem gemeinsamen Infrastrukturprogramm gebündelt und nach objektiven Kriterien saniert und ausgebaut. Der Grundsatz lautet: Erhalt vor Verfall. Ergänzend werden Mobilitätsangebote weiterentwickelt und durch digitale Lösungen unterstützt.
Eine Stadt, die man sich leisten kann und die im Hofer Land funktioniert
Städtische Planung und Umsetzung orientieren sich konsequent an der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt. Maßnahmen werden so gestaltet, dass sie langfristig tragfähig bleiben. Gleichzeitig wird der Bürgerservice ausgebaut – mit klaren Bearbeitungsfristen, verständlichen Verfahren und verbesserten Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.